Jess And The Ancient Ones: Auf dem Weg in die Verdammnis

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Jess And The Ancient Ones: Auf dem Weg in die Verdammnis

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Das neue Album VERTIGO von Jess And The Ancient Ones ist durch ein mystisch anmutendes Band mit dem Vorgänger THE HORSE AND OTHER WEIRD TALES von 2017 verknüpft: „Es fühlt sich an, als wären beide Platten durch denselben Gedankenstrom miteinander verbunden. Wie zwei Passagiere auf ihrem gemeinsamen Weg in die Verdammnis“, so Mastermind Thomas Corpse über das vierte Werk seiner kauzigen Okkult-Rock-Kombo. An dem Wort „kauzig“ stört sich selbiger überhaupt nicht: „Für den durchschnittlichen Rock-Konsumenten mögen wir etwas seltsam klingen. Ich selbst hege eine Passion für freakige Rhythmen und unkonventionelle Licks. All jene Faktoren sind essenzielle Teile unseres Sounds. Man kann uns also durchaus als kauzig und eigentümlich bezeichnen“.

Geplant wären all diese Verbindungen und Klangexperimente bei den Finnen noch nie gewesen, ganz im Gegenteil: „Wir arbeiten nur mit natürlichen Fortschritten, außerdem sind wir richtig schlecht im Planen und können nur abliefern, wenn wir im Hier und Jetzt leben“. Im Hier und Jetzt bewegte sich der Sound von Jess And The Ancient Ones trotzdem noch nie. Die inzwischen zum Quintett geschrumpfte Truppe hat sich seit jeher der düsteren Seite des Rock’n’Roll verschrieben, mischt Psychedelica und Prog mit Okkult Rock und erzeugt so einen Klang, der stark von Nostalgie geprägt wirkt: „Wenn ich das rückblickend betrachte, war ich in einem sehr apokalyptischen und nostalgischen Mindset, als ich an VERTIGO schrieb. Obwohl Dunkelheit das Kernelement unserer Musik ist, bringt die Nostalgie einen gewissen Hoffnungsschimmer, ein wenig Licht in den Sound, weil ich persönliche Nostalgie-Erfahrungen oft als positiv empfinde. Auch unsere Texte nehmen oft auf die Vergangenheit Bezug und sind unlösbar mit Erinnerungen an die frühere Popkultur verbunden“.

Die Düsternis, von welcher der gesamte Vibe um Jess And The Ancient Ones zehrt, ist nicht nur das Produkt folkloristischer Verklärung, Thomas Corpse nimmt das Okkulte durchaus ernst. „Ich habe mich schon immer für die dunklere Seite der Kunst und Philosophie interessiert, einen Großteil meiner Zeit verbringe ich in entfernten Regionen meines Bewusstseins. Wir alle haben unsere ganz eigenen Glaubenssätze, die durch unser Handeln hindurch schimmern. Bis zu meinem letzten Tag werde ich nach Antworten und dem Geheimnis wahrer Existenz suchen“, so der Künstler bedeutungsvoll. Auch ein Ouija-Brett, wie im neuen Song ›Talking Board‹ beschrieben, habe er selbst schon benutzt: „Unsere Erfahrungen mit Ouija liegen schon lange zurück. Sie waren intensiv und bewusstseinserweiternd. Damals waren wir ein paar Kids, die nach Adrenalin gierten. Wir haben unsere Lektion gelernt. Vielleicht sollte ich das Brett mal wieder auspacken“.

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